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besuchten...

last update 11.02.07
rsc anderlecht - fcv dender eh
5:2 (3:1)

coca-cola-cup

13.01.2007 um 20.00 uhr

constant vanden stock stadion
19102 zuschauer
darunter: olli, max, alex

ticket folgt...

nach den festivitäten des vortags öffneten die drei protagonisten in einem schäbigen brüssler hostelzimmer ihre doch stark angeschwollenen augen. gut, man hatte also eine gute, lange party im herzen den europäischen hauptstadt gefeiert. während der fahrer (alex) es vorzog sich noch weiter in seinem selbstmitleid zu suhlen und noch weitere vier stunden zu schlafen, entschieden sich max und ich uns bereits gegen elf die stadt zu erkunden. gut, dass es am ende darauf hinauslief, dass wir ein schnellrestaurant einer amerikanischen kette aufsuchten, ein internetcafé besuchten und später einen weiteren irish pub zu entdeckten, konnten wir nicht ahnen. immerhin: ein, zwei fotos der gebäude an der "grand place" (s.u.) wurden alibimäßig geschossen.

am nachmittag gesellte sich nun auch der sichtbar mitgenommene fahrer zu uns in diesen irish pub (o'reillys). während man bei leichten getränken premier league schaute, entschieden wir (max und ich), die zeit sinnvoller zu nutzen (denn: fußball sehen wir ja noch genug!) und den weg zum stadion zu erkunden und dort ggf. schonmal eintrittskarten zu sichern. es klingt leichter, als es dann war.


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man überlies den alex seinem schicksal (zum zweiten mal heute - und nicht zum letzten mal), ermittelte die grobe richtung auf dem stadtplan und machte sich per pedes los - mit der festen meinung innerhalb von etwa fünfzehn das hauptziel dieser fußballreise zu erreichen. welch' ein trugschluss. nach einer halben stunde fußmarsch und mehrmaligen anwenden meiner garnicht mehr so excellenten französischkenntnisse war man mitten drin. im ghetto. nur die brennenden mülltonnen fehlten. nach letztmaligen erkunden des wegs in einem laden für kolonialwaren, wurde uns empfohlen doch den bus zu nehmen und 8 stationen (oder 20 minuten) geradeaus zur stadt rauszufahren, um das gesuchte stadion zu erreichen. diesem rat folgend erblickten wir dann auch endlich wieder bessere stadtteile und letztendlich auch das viertel anderlecht, das doch sehr einigen etwas nobleren londoner stadtteilen ähnelt. und das stadion.


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wir erwarben dort dann für jeweils 10 euro zutrittsberechtigungen und begaben uns postwendend wieder mit hilfe öffentlicher verkehrsmittel zum mittlerweile immer munteren alex. dieser hatte wahrscheinlich nicht mehr mit unserer wiederkehr gerechnet. wir zwischendurch auch nicht. nach kurzer betrachtung der englischen fußballresultate, begaben wir uns also auf den nun sehr gut bekannten weg zum "constant vanden stock stadion". wirklich ein nettes teil, das anfang der neunziger jahre zu den modernsten arenen des europäischen fußballs gehörte, nachdem es mit (finanzieller) unterstützung des namensgebers und heutigen präsidenten komplett umgebaut wurde. heute ist es immernoch eine moderne fußballarena, ein reines fußballstadion mit steilen tribünen. wirklich schön - auch von außen: es passt sich mit der backsteinfassade gut den häusern des viertels an.

als wir den inneren bereich des stadions betraten, versorgten wir uns erstmal mit den üblichen fußballspezialitäten. insbesondere die riesenbratwurst in einem zirka 35 zentimeter langem baguette wusste zu überzeugen. anschließend hieß es "treppensteigen", um unsere sitzplätze zu erreichen. beim erklimmen der tribüne wurde man auf schildern darauf hingewiesen, dass zum einen keine nahrungsmittel mit auf die plätze genommen werden durfte und auch ein verkauf von essen & trinken nur vor dem spiel stattfindet. sonderbar. hätte gerade noch gefehlt, wenn auch das rauchen verboten worden wäre! na ja, das konnte aber nicht geklärt werden.


egal wie - das spiel begann. es war das achtelfinale des belgischen pokalwettbewerbs, dem sogenannten "coca-cola-cups". im gegensatz zur meisterschaft in der "jupiler-league", steht der pokal dann wohl eher für nicht-alkoholisches trinkvergnügen. gastgeber war der rumreiche "royal sport club anderlecht" (kurz rsc), seines zeichens belgischer rekordmeister (immerhin 28 mal) und amtierender meister unseres nachbarlandes. der rsc belegt in der belgischen liga derzeit platz zwei hinter dem krc genk. der übliche erzrivale und schärfste konkurrent, fc brügge, hinkt etwas hinterher. heute hatten es die "lila-weißen" aber "nur" mit dem tabellenführer der zweiten liga zu tun, einem fusionsverein namens fcv dender eh - für die, die es genau wissen wollen: football club verbroedering dender eendracht hekelgem. ja, das passiert mit vereinsnamen nach fusionen...

eine klare sache - trotz längerem vereinsnamen der gäste. sollte man meinen. unsereins rieb sich daher auch verwundert die augen, als es los ging. der vermeintliche underdog spielte munter los. und ehe man sich versah führte der gast aus ostflandern bereits mit 1:0. und plötzlich bemerkten wir auch dass sich der gästeblock der schwarz-weißen gästen neben unserem block befand und dass auch gästefans da waren, denn sie machten deutlich akustisch auf sich aufmerksam.

egal, denn postwendend fiel der ausgleich für den rsc, der dann in einer äußerst flotten partie mit vielen torgelegenheiten, hohem tempo und sehenswerten spielzügen auf beiden seiten auf 3:1 zur halbzeit erhöhte. normalerweise hätte man gesagt "nun ist die messe gelesen", doch der zweitligist drehte in der zweiten hälfte richtig auf, erzielte sogar ein abseitstor, ehe anderlecht mit dem 4:1 alles klar machte. die aufopferungsvoll kämpfenden gäste kamen nochmal per elfmeter ran, doch der meister kannte keine gnade und so stand es am ende - deutlicher als verdient - 5:2 für den favoriten.


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wow, was für ein tolles spiel! eigentlich möchte man ja als reiner fußballbetrachter garnicht mehr: sieben tore, zusätzlich zwei abseitstore, ein elfmeter, und ein rundum begeisterndes spiel. und das im pokal bei liga eins gegen liga zwei.

gut, was gibt es noch zu berichten? die stimmung auf den rängen war mittelprächtig. aber aufgrund des mitreißenden spiels wurde einige male die welle um das stadion geschickt. die fans der heimmannschaft waren hinter dem einen tor postiert - auf stehplätzen - und sorgten dort für einige stimmung. im stadion überwiegen ansonsten sitzplätze. nicht fehlen dürfen ja heutzutage die logen für die etwas wohlhabenderen fußballbetrachter, die auch hier zu finden waren.

der stadionsprecher machte jede durch- bzw. ansage in den beiden belgischen amtssprachen, wobei in anderlecht eher flämisch als französisch gesprochen wurde, was uns das leben doch etwas schwerer machte (gerade beim beschaffen von nahrungsmitteln), uns aber auf das morgige spiel im holländischen tilburg einstimmte.

na ja, voll war das stadion hier in anderlecht leider nicht. nur etwas mehr als 19 tausend zuschauer wollten das spiel sehen und füllten das 26000 zuschauer fassende stadion nur zu knapp 80%. egal, für uns hatte es sich gelohnt. schönes stadion, gute (und riiiieeesige) wurst und natürlich ein geiles spiel.


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nach dem spiel ging's dann wieder zurück richtung city - den weg kannten wir ja jetzt auswändig. und - kreativ und innovativ wir wir nun mal sind - wurde erstmal wieder das o'reillys besucht. doch nachdem das stadtderby in barcelona zugunsten von american football abgeschaltet wurde, entschloss man sich andere orte aufzusuchen. der alex, pflichtbewusster und fürsorgender fahrer, entschied sich sein bett aufzusuchen und sich auf die morgigen aufgaben vorzubereiten, während max und ich natürlich noch weiter das brüssler nachtleben erkunden wollten. aber erstmal suchten wir vergebens nach geldautomaten, um für unser kostspieliges vorhaben entsprechende mittel zu besorgen. geldautomaten gibt es tatsächlich in brüssel kaum. man kann's kaum glauben! ein netter wirt in einem pub half uns dann aber aus, indem er max für ein paar pints 150 euro abbuchte und die differenz bar auszahlte. (anm. d. redaktion: max wartet gespannt auf seinen auszug!)

ausgestattet mit genügend finanziellen mitteln zogen wir dann noch durch diverse kneipen und bars, bis wir uns im gestrigen ort des geschehens wiederfanden - dem irish pub (!) "celtica". nachdem man auch dort wieder diverse flüssige, irische spezialitäten erwarb, nette (recht innige) bekanntschaften mit irischen frauen machte (hi siobhan!), begab man sich im morgengrauen wieder richtung hostel, wo der fahrer den schlaf der gerechten schlief und sicherlich vom großartigen spiel und den anschließenden abenteuern seiner beiden tapferen begleiter träumte...

und auch die beiden tapferen schlossen ihre augen für ein paar sehr kurze stunden, bevor es dann wieder richtung norden weiterging...


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autor: olli