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last update 09.12.06
red bull salzburg - cashpoint altach
1:1 (0:0)

bundesliga

02.12.2006 um 18.30 uhr

em-stadion wals-siezenheim
13500 zuschauer
darunter: olli, max

ticket folgt...

nach einer recht ereignislosen fahrt aus ingolstadt erreichte man - auch dank unterstützung von gabi und nach erwerb der obligatorischen vignette - das em-stadion wals-siezenheim, in dem ein energiedrink-vermarkter ein fußballteam in der ersten österreichischen liga kicken lässt. gut, dazu später mehr. man kam recht pünktlich an, nachdem dies zuerst angezweifelt wurde. es blieb noch genügend zeit relativ günstige sitzplatzkarten (13 euro für vollzahler) zu erwerben und sich sogar noch mit ess- und trinkbarem zu versorgen.

man nahm auf der hintertortribüne platz und schon ertönte der anpfiff. so, da saß man nun. im inneren der kommerzialisierten fußballhölle. na ja, das positive zuerst: die preise der getränke und speisen sind human und es gibt ausreichend parkplätze direkt am stadion. aber das war's dann auch schon.


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mein gott, was muss in den "fans" vorgehen, die den namen des hauptsponsors als anfeuerungsruf skandieren? na ja, immerhin heißt der verein ja jetzt auch so. nun, aber man könnte auch salz - burg rufen. tja. aber der reihe nach. früher gab es mal vor langer zeit einen verein in salzburg, der hieß austria. der hatte die vereinsfarben lila-weiß. nun, man kann sich darüber streiten, ob dies schöne farben für einen fußballverein sind oder ob sie nicht besser woanders hin gehören, aber sei es drum. es waren die vereinsfarben. dieser verein, mit einer gewissen tradion ausgestattet, "verkaufte" sich schon in der vergangenheit an diverse unternehmen. so hieß man zwischendurch schonmal casino salzburg, sparkasse salzburg (ehrlich!) oder auch wüstenrot salzburg. man stelle sich nur mal vor: "sf utsch siegen". nein, lassen wir das besser. als aber red bull, seines zeichen vertreiber und vermarkter eines klebrigen energiedrinks, sich fußballerisch engagieren wollte, ging's ans eingemachte.

hatten die letzten sponsoren dem verein zumindest seine farben, seine kultur gelassen, nur den namen abgekauft, wurde nun sozusagen die lizenz von "austria salzburg" genommen um ein phantasiegebilde in die österreichische bundesliga einzupflanzen. und wenn man die kleinen jungs mit redbull-mütze sieht, an der hand ihres vaters, der einen redbull-schal um den hals trägt, dann sieht man: es hat wohl schon funktioniert...


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amerikanische verhältnisse. basket-, baseball- oder eishockeyvereine ziehen von tennessee nach texas und sind dann keine "häuptlinge" mehr sondern irgendwas anderes. gut, tradition oder kultur hatten die vorläufervereine auch nicht, aber... in amerika mit einer 250jährigen geschichte. gut, lassen wir das. im deutschen eishockey ist's ja auch schon so. remember? umzug der lizenz aus münchen nach hamburg? egal. auch dass irgendwann die mannheimer adler "sap-adler mannheim" heißen werden geht uns am arsch vorbei. aber im fußball? nein, da muss es nicht sein.

aber hier in salzburg ist es nun so. das experiment hat funktioniert.

die bisherige fankultur wurde durch eine neue, konsumorientierte, gesteuerte event-masse ersetzt. wie sonst kann man das erklären? lustig, wenn scheinwerfer über die zuschauerränge schweifen, damit es so aussieht als sei "stimmung". nun, im "fan"-block schwenkt man dann seine red-bull-rot-weißen (hab ja nix gegen rot-weiß) fahnen, skandiert "red-bull, red-bull". tja, fußball der zukunft?


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spielerisch - auf dem platz - ist das nicht der fußball der zukunft, den der ober-legastheniker loddar matthäus und der "isch-habbe-fertik"-alttrainer trappatoni hier spielen lassen. die flügel, die das zauber-sponsoren-getränk verleihen soll, helfen linke und co nicht. wohl auch, weil österreichs fußballer des jahres, ein gewisser herr zickler, fehlt. ja, der zickler, der in münchen keinen möbelwagen an der säbener straße aus zwei metern entfernung traf. dafür läuft heute ein gewisser lokvenc im sturm auf, den wir ja irgendwie auch noch aus der bundesliga kennen. kaiserslautern und später bochum. richtig! immernoch die selbe graupe. heute versemmelt er in altbekannter manier sämtliche großchancen, die sich ihm heute bieten - bis auf die letzte, die er zum 1:1 verwandelt.


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ansonsten spielen auch noch einige ex-bundesliga-profis bei salzburg. so z.b. der ex-stuttgarter tiffert oder der ehemalige sechziger-keeper timo ochs, die nun salzburger "dressen" tragen. welch ein aufstieg.

zurück zum spiel. es war wirklich miserabel. die salzburger retortentruppe war spielerisch besser, traf aber das tor nicht. die gäste aus altach, ebenfalls fest in sponsorenhand, was der vereinsname "cashpoint" deutlich zeigt, waren wirklich schwach, ohne drang zum tor. aber wie das so im fußball ist: man kommt vor's tor und zack: 1:0 für die gastmannschaft. und plötzlich wehten im gästeblock (ja, das rheindorf altach hat wirklich ein paar fans) wieder schwarz-gelbe fahnen. taj, anschließend der obligatorische sturmlauf der gastgeber, die sich keine blöße geben wollten. und so erzielte der gute herr lokvenc in der nachspielzeit den ausgleich, der objektiv gesehen auch verdient war.

und dann ging's noch richtig ab. denn nach abpfiff gab's pyrotechnik vom feinsten. pah. nachdem im stadion überall ein pamphlet aushing, auf dem sich die salzburger "fans" gegen pyro im stadion stellten, lieferte der verein vor dem "fan"-block ein kleines feuerwerk. festinstallierte bengalische feuer gingen los. sehr schön. was für ne authentische stimmung. da haben mir die zwei, drei kleinen, reingeschmuggelten bengalen am freitag in oggersheim doch wesentlich besser gefallen.


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gut, die fußballreisenden hatten genug gesehen. es hieß anschließend (natürlich mit guter hilfe der wunderbaren navi-gabi) die übernachtungsstätte aufzusuchen. und tatsächlich - es gelang. weg aus diesem sonderbaren kommerz-tempel, bei dem eigentlich nur die wirklich nette, hübsche dame im kartenverkauf gefallen konnte...

in salzburg-city hieß es nun den frust über diese erkenntnis zu bekämpfen und diverse lokalitäten der mozart-stadt aufzusuchen. vornehmlich natürlich solche, die von iren betrieben werden. und tatsächlich, nachdem man durch drei pubs gezogen war, unterbrochen vom besuch in einer recht sonderbaren "diskothek", fand man sich zum abschluss (so dachte man) wieder im ersten pub ein. o'malleys hieß er, glaub ich. tja, dort versackte man dann etwas. man traf "arme" alte austria-fans, die es doch tatsächlich immernoch gibt. sie erzählten einige geschichten zu ihrem verein, so z.b. dass man einen neuen verein austria salzburg gegründet hat, der nun wie dieser unsägliche verein lok leipzig "ganz unten" anfangen muss. interessant das alles. in diesem zusammenhang: beste grüße an mike ("anderlecht"!) und max. war lustig.


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nachdem die beiden fußballreisenden noch zusammen mit dem wirt diverse lieder singen konnten (so auch das äußerst beliebte "you never beat the irish..."), schloss man den pub ab und freute sich darauf in etwa vier stunden das hostelzimmer wieder räumen zu dürfen. tja, die freude währte nur kurz, denn man verlief sich, musste sich von einem taxi heimbringen lassen und so waren's dann nur noch drei-einhalb. tja, man kann's sich nicht aussuchen. so schloss man gegen sechs uhr in der frühe die äuglein und dachte sich: "ja, das waren die piefke in salzburg. schön."

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autor: olli